Anerkennende Befragung
Appreciative Inquiry ist eine kollaborative Vorgehensweise und eine auf Stärken basierende Methode des Veränderungsmanagements, die den Identitätsfaktor eines Unternehmens darstellt. Sie basiert auf dem Prinzip, die Dinge zu fördern und zu stärken, die erfolgreich funktionieren, und so eine Atmosphäre zu schaffen, die einer effektiven Kommunikation und innovativen Ideen förderlich ist, die die Entwicklung und Verbesserung der Organisation erleichtern.
Die wichtigsten Grundsätze der Appreciative Inquiry sind das konstruktivistische Prinzip, das davon ausgeht, dass unsere Sicht der Welt durch unsere emotionalen Begegnungen geprägt ist, das Prinzip der Gleichzeitigkeit, das besagt, dass Untersuchung und Veränderung gemeinsam stattfinden, das poetische Prinzip, das betont, dass Organisationen das Recht haben, ihre eigenen Erzählungen zu wählen, und das antizipatorische Prinzip, das aufgrund der Vorstellung einer besseren Zukunft relational ist. Ein gutes Beispiel dafür wäre, dass die Teammitglieder während einer Sitzung nicht über Probleme sprechen, sondern Erfolgsgeschichten erzählen, die andere motivieren und inspirieren und so eine positive Atmosphäre schaffen.
Im Gegensatz zu den traditionellen Problemlösungsansätzen, bei denen es darum geht, Probleme zu finden und zu lösen, ist Appreciative Inquiry eine Methode, die sich darauf konzentriert, die Vorteile und Errungenschaften, die eine Organisation hat, hervorzuheben. Diese Methode kultiviert eine positive und proaktive Einstellung, die wiederum zur Förderung der Kreativität und der Zusammenarbeit der Teammitglieder führt. Wenn ein Unternehmen beispielsweise eine hohe Zahl von Mitarbeitern hat, die das Unternehmen verlassen, sollte man nicht nur über die Gründe für die Abgänge sprechen, sondern auch darüber, wie sehr die derzeitigen Arbeitgeber ihre Arbeit im Unternehmen schätzen und genießen.
Ein Beispiel für die Anwendung von Appreciative Inquiry ist eine Organisation des Gesundheitswesens, in der die Mitarbeiter eines Teams unter Burnout leiden. Anstelle einer Umfrage, die Probleme mit sich bringt, könnte das Unternehmen mehrere Sitzungen veranstalten, in denen die Mitarbeiter aufgefordert werden, ihre schönen Momente bei der Arbeit zu erzählen. Auf diese Weise werden nicht nur die Dinge herausgefunden, die ihnen an ihrem Arbeitsplatz gefallen, sondern auch die effizientesten Praktiken, die dupliziert werden sollten, um den Arbeitsplatz zu verbessern. Indem das Unternehmen das Effektive hervorhebt, entwickelt es einen Plan, der nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigert, sondern sie auch länger im Team hält.
Normalerweise besteht der Appreciative Inquiry-Prozess aus fünf Hauptschritten oder dem 5-D-Zyklus: Definieren, Entdecken, Träumen, Entwerfen und Bestimmen. In der Phase "Definieren" wird in erster Linie versucht, das zentrale Thema zu identifizieren, das erforscht werden soll. Entdecken" bezieht sich auf das Sammeln von Erfolgsgeschichten, während "Träumen" das Ausmalen einer bevorzugten Zukunft beinhaltet. In der Phase "Entwerfen" geht es um die gemeinsame Erarbeitung der eigentlichen Strategien, und in der Phase "Bestimmen" geht es um die Durchführung und Beibehaltung der Veränderungen. So kann ein Unternehmen beispielsweise beschließen, zunächst den Kundenservice zu verbessern, dann die Mitarbeiter nach ihren Erfolgsgeschichten fragen, sich das beste Kundenerlebnis vorstellen, Schulungsprogramme auf der Grundlage ihrer Ideen entwickeln und schließlich die neuen Verfahren durchführen und überprüfen.